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Mitarbeiter

Mitarbeiter in den USA einstellen

Was gibt es zu beachten wenn man Mitarbeiter in den USA einstellt?
Gute Mitarbeiter in den USA kennen ihren Marktwert. Man kann Sie nur mit Benefits bekommen und halten.

Früher oder später wird man auch Mitarbeiter in der US-Tochter einstellen müssen. Sei es Abgesandte von Deutschland oder Mitarbeiter vor Ort.

Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht ist wie in vielen Bereichen auf einzelstaatlicher Ebene geregelt. Jedoch gibt es auch einige Bundesgesetze im Arbeitsrecht.
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Bundesgesetze zum Arbeitsrecht

Im Bundesarbeitsrecht (federal labor laws) gibt es unter anderem folgende Gesetze die jedoch durch einzelne Landesgesetze strenger ausgelegt werden können.

  • Civil Rights Act of 1964 (Wiki) & Age Discrimination and Employment Act of 1967 (ADEA)
    Gesetz gegen Diskriminierung. Wegen Alter, Geschlecht, Gesundheit, Hautfarbe, Herkunft, Rase, Religion oder Schwangerschaft.
  • Equal Pay Act of 1963 (EPA)
    Gesetz zur gleichen Bezahlung beider Geschlechter bei gleicher Tätigkeit.
  • Age Discrimination and Employment Act of 1967 (ADEA)
    Gesetz zum Schutz von Arbeitnehmern über 40 Jahren.
  • Fair Labor Standards Act of 1938 (FLSA)
    Regelt Mindestlöhne, Überstunden und Kinderarbeit.
  • Fair Minimum Wage Act
    Bundes gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 7,25 US$ (2016) pro Stunde. Viele Bundestatten haben einen höheren Mindestlohn erlassen.
    DOL-Informationen zu Mindestlöhnen
  • Labor Standards Act (FLSA)
    Legt die Wochenarbeitszeit von 40 Std fest. Überstunden müssen mit mindestens des 1 ½ fachen entlohnt werden.
  • Occupational Safety and Health Act (OSHA) of 1970
    Regelung für die Sicherheit am Arbeitsplatz. Z.B. 29 C.F.R. § 1926 muss ein Arbeitsplatz frei von Gefahrenquellen für Sicherheit und Gesundheit sein.
  • National Labor Relations Act of 1938
    Regelung zur Gewerkschaftsbildung und Schutz gegenüber Gewerkschaftsmitgliedern. Die US-Bundesbehörde für Arbeitsbeziehungen (National Labor Relations Board - NLRB) überwacht die Einhaltung.
  • Family and Medical Leave Act (FMLA)
    Unter bestimmten Voraussetzungen können Beschäftigte bis zu zwölf Wochen unbezahlten Urlaub im Jahr erhalten. Z.B. Bei Geburt oder Pflege von Angehörigen. Einige Staaten legen das Gesetz strenger aus und regeln auch bezahlte Krankheitstage.
  • Workers' Compensation Insurance (WCI)
    Unfallversicherungspflicht in allen Bundestaaten außer Texas. Es gibt aber viele Ausnahmen die von der Pflicht befreien.
  • Immigration Reform and Control Act von 1986 (IRCA)
    Verbot der Beschäftigung von Ausländern, die keine Arbeitserlaubnis haben. Arbeitgeber müssen die Arbeitserlaubnis überprüfen und das Formular (I-9) ausfüllen.
  • Employee Retirement Income Security Act von 1974 (ERISA)
    Vorschriften zur Gruppenkrankenversicherung und betrieblichen Altersversorgung das aber kein Gesetz ist.
  • Gesetzgebung des Bundes
    Title 29 United States Code, Chapter 1 ff. (Labor)
    Title 42 United States Code, Chapter 1 ff. (The Public Health and Welfare)

Common Law

Es gibt viele Gesetze, die aus dem Common Law, also dem Fallrecht heraus, entstanden sind. Auch haben viele Bundesstaaten und auch Städte eigene strengere Gesetze und Strafen die Arbeitsrechte betreffen erlassen. Besonders in New York oder und Kalifornien, wie etwa beim Mindestlohn.

Gesetzgebung des Bundesstaates Delaware es gilt aber das Gestz des Bundesstaates in dem der Angestellte arbeitet.

Diskriminierung

Diskriminierung nach dem Civil Rights Act wird sehr ernst genommen und bei vergehen werden sehr hohe Schadenssummen gezahlt. Der Arbeitgeber muss nachweisen dass er einen Mitarbeiter aus einem legitimen Grund z.B. befördert oder entlässt. Auch ist der Arbeitgeber für das Verhalten seiner Mitarbeiter verantwortlich sprich er und nicht der Mitarbeiter wird verklagt. Er muss präventive Maßnahmen gegen Diskriminierung ergreifen und ist fester Bestandteil einer Firmenführung.

Desweiteren muss ein Arbeitgeber seine Angestellten gegen sexueller Belästigung und Mobbing schützen.

Arbeitsvertrag

Arbeitsverträge sind in den USA nicht vorgeschrieben. Dennoch sollte man einen aufsetzen um Rechtssicherheit zu haben. Dieser richtet sich nach dem Recht des Staates in dem sich das Büro befindet. Nach Produkthaftungen sind Mitarbeiterklagen die häufigsten Klagegründe in den USA. Der Vertragspartner ist natürlich die US-Tochter (auch bei Entsendungen). In einen Arbeitsvertrag sollten die Arbeitsaufgaben (Job Description + Titel), Vertragliche Passagen, der Lohn (Compensation), Urlaub und Extraleistungen (Benefits) festgehalten werden. Meist werden Einzelverträge nur mit leitenden Angestellten oder dem Management abgeschlossen.

Es besteht, außer wenn es Gesetze gibt, Vertragsfreiheit. Es werden aber immer mehr Arbeitsverträge auch mit einfachen Angestellten abgeschlossen. In ihnen werden dann meist Details zu Rechte & Pflichten zur jeweiligen Stelle geregelt die auch nach der Kündigung Wirkung haben können. Ein Arbeitsvertrag wird aber grundsätzlich bei Streitigkeiten gegen einen Arbeitgeber ausgelegt.

Arbeitsverträge sollten von einem Anwalt aufgesetzt werden. Die Kosten hierfür belaufen sich für einen sog. Local Hire auf $1,500. Bei einem komplexen Entsendungs-, Expat Vertrag, der ca. 25 Seiten umfasst und bestimmte Formblätter des deutsch-amerikanischen Sozialabkommens beinhaltet, sind es etwa $2,500.

Auch muss ein Arbeitgeber die Bezahlung nach Ethnie und Geschlecht veröffentlichen um die Einhaltung des Civil Rights Act für Gleichberechtigung zu erfüllen.

Einseitiger Vertrag

Wenn kein schriftlicher Vertrag abgeschlossen wird gilt die employment-at-will-doctrine (at-will) und der Mitarbeiter ist unbefristet angestellt. Mit Ihm bekommt der Mitarbeiter einen Engagement Letter oder Offer Letter ausgehändigt. In ihm stehen meist nur Datum der Anstellung und das Gehalt meist als Wochenlohn. Als Anhang ist zudem eine detaillierte Stellenbeschreibung. Mit dem employment-at-will Verhältnis kann ein Arbeitgeber aber auch der Angestellte jederzeit den Vertrag einseitig kündigen solange der Grund gegen kein Gesetze etwa dem Civil Rights Act verstößt. Daher wird meist nur mit dem Satz „You are Fired“ gekündigt. Da sonst jeder Kündigungsgrund evtl. wegen Diskriminierung gegen einen ausgelegt werden könnte. Dies ist bei uns als das „Hire & Fire Prinzip“ populär geworden.

Zudem erhält jeder Mitarbeiter das Employee-Handbooks oder auch Employee Manual genannt.

Employee Handbook

Das Employee Handbook ist als Richtlinie zu sehen und wird jedem Mitarbeiter ausgehändigt und gilt für alle Mitarbeiter soweit nicht ein Einzelvertrag etwas gesondert regelt. Es enthält Unternehmens Grundsätze und ist nicht als Vertrag zu sehen. Es kann jederzeit vom Arbeitgeber geändert werden. Es wird aber auch oft bei Streitigkeiten als Hilfe herbei gezogen.

Im Employee Handbook stehen z-B. Wochenarbeitszeit, Überstundenregelungen, Urlaubs- Feiertags- und Krankheitsregelungen , Benefits, zusätzliche Versicherung- oder Vorsorgeangebote, Kündigungen etc.

Sowie Arbeitsplatzregeln, Nutzung von Firmeneigentum oder Verschwiegenheitsklauseln.

Im Handbuch stehen aber auch Unternehmensstrukturen, Werte und Struktur des Managements. Und natürlich die Anti-Diskriminierung Regeln im Hause.

Man sollte darauf achten das Benefits im Handbuch bei schlechter Geschäftslage auch wieder herausgenommen werden können.

Freiwillige Extraleistungen

Die Sozialleistungen in den USA sind weit unter dem hier. Daher bieten viele Firmen freiwillige Extraleistungen (Benefits) den Mitarbeiten an. Einmal um gute Mitarbeiter zu bekommen bzw. zu halten und aus Reputationsgründen. Die Benefits machen meist ~10% vom Gehalt aus.

Gängige Benefits sind:

  • Ärztliche Versorgung (Medical Plan) – Hier Partizipiert der Arbeitgeber in eine Krankenkasse. Den Beitrag zahlt der Arbeitnehmer oder Arbeitgeber und wird steuerlich berücksichtig.
  • Rentenkasse (401(k)) – Auch die 401(k) ist eine Absetzbare Ausgabe.
  • Bezahlte Urlaubs & Krankheitstage.
  • oder Auto, Wohnung, etc.

Wichtig ist die Gleichbehandlung. Man muss Benefits allen Mitarbeitern anbieten. Sie kommen nicht in den Arbeitsvertrag (nur erwähnt) sondern in einem allem Mitarbeitern zugängliche Handbuch (Employee Handbook). Darauf achten, dass man in schlechten Zeiten Leistungen kündigen oder kürzen kann.

Kündigungsschutz

In den USA gibt es keinen Kündigungsschutz im deutschen Sinne. Es gilt was im Arbeitsvertrag steht. In der Regel zwei Wochen und wird individuell ausverhandelt. Was es jedoch gibt ist ein Diskriminierungsverbot. Man sollte daher bei einer Kündigung lediglich sagen „You are fired“ ohne Grund. Genauso kann auch ein Mitarbeiter einfach Kündigen. Es macht keinen Sinn dt. sozial Modelle in den USA einzuführen. Ein großer Pluspunkt in US-Gesellschaften ist die flexible Personal Besetzung.

Einen Anspruch auf Abfindungen gibt es nicht. Einige Bundestaaten spricht den Gekündigten die Höhe des nicht genommen bezahlten Urlaubs zu. Viele Firmen bieten jedoch eine Abfindung an, wenn der Gekündigte einen Verzicht gegen Klagen unterschreibt. Etwa die Kündigung wegen Diskriminierung anzufechten. Einige Bundestaaten schreiben eine schriftliche Kündigung vor die man deswegen vorsichtig formulieren sollte.

Zeitlich befristete Verträge können nur aus guten Grund gekündigt werden es sei denn im Vertrag werden Gründe geregelt.

Freiberufler

Bei Freiberuflern entfällt natürlich die Abführungspflicht, da diese sie selber entrichten müssen. Aber Vorsicht: Scheinselbstständigkeit ist in den USA ein genauso großes Thema wie bei uns. Auch hier sollte man einen Vertrag (Independent Contract) aufsetzen lassen.

Pay-Roll Company

Die Gehaltsabrechnung ist in den USA nicht so trivial. In der Regel übernimmt eine Pay-Roll Company die ganze Lohnverrechnung. Sie bezahlt die Steuern, Benefits und zahlt die Gehälter aus. Dazu bekommt sie eine Kontovollmacht. Den ca. 40-seitigen Vertrag die einem die Pay-Roll Company vorlegt sollte man von einem Anwalt prüfen lassen. Die Kosten belaufen sich einmalig auf etwa $2,500 für die erstmalige Einrichtung. Danach etwa $50/Mitarbeiter im Monat.

Gewerkschaften

Die Gewerkschaften (unions) haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung verloren und verlieren immer mehr Mitglieder. Die größte Gewischt ist die Dachorganisation American Federation of Labor and Congress of Industrial Organisations (AFL-CIO). Der Anteil an gewerkschaftlich organisierten Arbeitern ist noch im Osten, Norden und im Westen groß. Im Süden des Landes ist Ihr Anteil eher geringer. Es hängt aber auch von der Branche ab. So sind gerade in der IT sehr wenige organisiert und in Produktionsbetrieben sehr viele. Auch haben Gewerkschaften nur sehr geringen Einfluss auf die Organisation eines Unternehmens.

Die right to work- Regelung in vielen Bundestatten sagt das ein Unternehmen Mitarbeiter unabhängig von der Zugehörigkeit einer Gewerkschaft einstellen darf und trotzdem in den Nutzen eines von der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifvertrag zu genießen. Es gibt aber auch Bundestaaten ohne right to work Bestimmungen.

Arbeitgeber müssen jeden Angestellten nach dem Fair Labor Standards Act (FLSA) als "exempt" oder "non-exempt" deklarieren. Mit „non-exempt“ unterliegt ein Angestellter dem Schutz der FLSA, die etwa die Überstundenbezahlung ab der 41. Stunde regelt. Zeitausgleich ist in den USA nur sehr begrenzt erlaubt. Die Einstufung ist nicht immer so einfach. Meist sind Manager, leitende Angestellte ab einen bestimmten Gehalt oder Außendienst Mitarbeiter oder IT-Angestellte „Exempt“. Die Position ist oft entscheidend aber nicht unbedingt.

Mitarbeitersuche

Wer Mitarbeiter einstellen will sollte sich vorher über die Bestimmungen, Gesetze und Löhne im jeweiligen Staat bzw. Gemeinde informieren da diese sehr unterschiedlich sein können. Auch sind Fachkräfte nicht so leicht zu finden und wissen in der Regel was sie Wert sind.

Auch spielen Personalvermittler (Staffing and Recruiting Companies) in den USA eine größere Rolle als bei uns. Knapp 40% der Mitarbeiter in der Produktion und 30% im Büro stammen von Zeitarbeitsfirmen. Mehr bei American Staffing Association (ASA)

Gehälter & Löhne

Die jährlichen Gehaltserhöhungen liegen je nach Branche bei etwa 1,2 – 2,5%. Die Arbeitslöhne sind in den Mittel- und Südlichen Staaten am günstigsten. Im Nordosten wo auch Gewerkschaften einen hohen Einfluss haben sind sie am höchsten. So liegen etwa die Löhne in Washington DC, Kalifornien oder New York etwa doppelt so hoch wie in Mississippi, Idaho oder Montana.

Gehälter in Führungspositionen sind vergleichsweise höher als bei uns. Ein Geschäftsführer bekommt etwa im Schnitt knapp 190T$ und eine Management Funktion noch 120T$. Das durchstriche Gehalt eines Buchhaltes liegt bei 39T$. Ein Programmier kann mit etwa 85T$ und Ingenieure mit 95T$ rechnen.

Arbeite mit einfachen Tätigkeiten verdienen etwa 26T$ Facharbeiter 42-52T$ und Leitende Facharbeiter bis 60T$. Quelle BLS

Lohnnebenkosten

Etwa 30% sind Lohnnebenkosten. Hinzukommen gesetzliche Zuschläge für Überstunden. Zuschläge für Schicht- bzw. Nachtarbeiten, sowie Sonn- und Feiertagen die aber nicht gesetzlich geregelt sind aber meist freiwillig gezahlt werden.

Die Bezahlung von nicht gesetzlichen Zuschlägen wie Urlaub & Feiertage, Krankenkasse, etc. wird im Company Handbook geregelt und muss für alle Gleich sein um Diskriminierung auszuschießen.

Bestandteile Lohnnebenkosten

Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS)

Laut BLS teilen sich die Lohnnebenkosten je nach Position wie folgt auf (Durchschnitt)

  • Lohn und Gehalt 65,9 – 75,9% (69,8%)
    • Zusatzleistungen 24,1--34,1% (30,2%)
    • Bezahlte Abwesenheit 3,9 – 8,4% (6,9%)
      • Urlaub 2-4,4% ( 3,6%)
      • Feiertage 1,2-24,% (2,1%)
      • Krankheit 0,5-1% (0,8%)
      • priavte Gründe 0,2-0,5% (0,4%)
    • Gehaltszuschläge 1,7-4% (3,3%)
      • Überstunden 0,4-2% (0,8%)
      • Schichtarbeit 0,1-0,3% (0,2%)
      • sonstige 0,6-3,5% (2,3%)
    • Versicherungen 6,1- 10,7% (8,0%)
      • Krankenversicherung 5,9-8,4% (7,6%)
      • andere 0,2-0,6% (0,4%)
    • Altersvorsorge und Vermögensbildung 1,8-4,5% (4,0%)
    • Gesetzlich vorgeschriebene Leistungen 6,6-10,7% (8,0%)
      • Social Security 4,5-5,3% (4,6%)
      • Medicare 1,1-1,2% (1,2%)
      • Arbeitslosenversicherung (Bund) 0,1-0,3% (0,1%)
      • Arbeitslosenversicherung (Staat) 0,4-1,2% (0,6%)
      • Workers' Compensation 0,6-2,5% (1,4%)

Sozialversicherung

Der Anteil der gesetzlichen Sozialversicherung liegt im Durchschnitt bei 8%. In den einzelnen Staaten können jedoch zusätzlicher Abgaben erhoben werden.

In der Privatwirtschaft haben ungefähr 69% Zugang zu betrieblichen Krankenversicherungsprogrammen. Der Anteil der Arbeitgeber lag im Durchschnitt bei 78% der Prämien laut BLS.

Urlaub und Feiertage

Urlaubs- und Feiertage werden wenn sie nicht per Gesetz in manchen Staaten vorgegeben sind im Arbeitsvertrag geregelt und sind freiwillige Leistungen. Die Regelung kann von keinem Urlaubstag (Freie Tage werden dann einfach nicht bezahlt) bis zu üblichen 10-14 Tagen reichen Plus einen Tag für jedes Beschäftigungsjahr. Jedoch sind diese Zahlungen in der Privatwirtschaft bei mittlerweile 77% üblich um Mitarbeiter zu halten. Die bezahlten Urlaubstage richten sich nach Unternehmensgröße, Position und vor allem Zugehörigkeit. In den USA gibt es neben regionalen Feiertagen 10 gesetzliche Feiertage.

Das Bundesgesetz Family and Medical Leave Act (FMLA) kann Mitarbeiter unter Umständen bis zu 12 Wochen unbezahlten Urlaub ermöglichen. Etwa bei Geburt oder Pflege. Einige Bundesstaaten haben die Grenze von min. 50 Mitarbeitern gesenkt.

Krankheit

Auch gibt es keinen bundesweiten Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. In einzelnen Staaten jedoch kann es Gesetze zur Lohnfortzahlung geben.

Krankentage können teilweise über eine Medical Care als Benefits angeboten werden. Ansonsten gilt meistens dass ein Krankheitstag einen Urlaubstag kostet. Danach ist er unbezahlt. In der Privatwirtschaft gibt es durchschnittlich nach einen Jahr Zugehörigkeit etwa sieben bezahlte Krankheitstage.

Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversicherung

Die Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversicherung (Old-Age, Survivors, and Disability Insurance - OASDI) ist der Hauptbestandteil der "Social Security". Sie wird von Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt. Selbstständige zahlen beide teilen können aber einen Teil abschreiben. Sie betrug 2016 6,2% vom Bruttolohn bis zur max. Grenze von 118.600 US$.

Zuständig ist die Social Security Administration (SSA).

Da die staatliche Altersversorgung nicht ausreichend ist zahlen viele Firmen Zuschüsse zu privaten Zusatzversicherungen. Etwa 66% in der Privatwirtschaft bieten solche Zusatzversicherungen an.

Krankenversicherung

Ein Arbeitnehmer muss sich selber Krankenversichern. Es besteht nach dem Patient Protection and Affordable Care Act die Plicht das sich jeder mindestens nach der minimum essential coverage versichern muss. Wer sich nicht versichert kann bei der Steuererklärung mit der responsibility fee einer Strafsteuer belegt werden, außer er kann sich keine Leisten. Eine Krankenversicherung die nur Notfälle versichert stehen nur shared responsibility fee Befreite zu.

Die minimum essential coverage kann eine der folgenden Krankenversicherung sein.

  1. Eine Staatliche Krankenversicherung für US-Bürger bzw. Inhaber einer Greencard
    • des Medicaid-Programms,
    • des Medicare Part A-Programms (für Senioren, Behinderte, chronisch Kranke).
    • des Children's Health Insurance-Programms (CHIP).
    • des Veterans Health-Programms.
    • oder des TRICARE-Programms (für Militärangehörige).
  2. Eine private Direktversicherung.
  3. Krankenversicherung die vom Arbeitgeber bereitgestellt wird.

Die gesetzliche Versicherung ist nicht sehr umfangreich. Daher sollte man evtl. zusätzlich Private Verzierungen etwa für Zahnarzt oder Augenarzt abschließen.

Große Unternehmen können eine Eigenversicherung (Self Insurance ) anbieten dabei verwaltet das Unternehmen die Versicherungsbeiträge selbst und spart sich dadurch die Provision der Versicherer.

Alternativ können nicht ganz so große Unternehmen einen eigenen Gesundheitsfond (Self-Funded Health Care ) einrichten. Der Unterschied ist das hier ein Versichrung nur die Verwaltung, Kotenkontrolle sowie Risiken übernehmen und den Zugang zu besonderen Konditionen hat.

Die meisten jedoch schließen für Ihre Mitarbeiter eine Gruppenversichrung bei einem Versicherer ab.

Bei einer Gruppenversicherung teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Beitrag. Im Krankheitsfall müssen Kranke meist zusätzlich für einen Teil der Kosten (Copays) aufkommen.

Arbeitgeber mit mehr als 50 Angestellten müssen nach dem Patient Protection and Affordable Care Act of 2010 (Obamacare) eine Krankenversicherung anbieten. Nach dem Consolidated Omnibus Budget Reconciliation Act (COBRA) können Angestellte die aus der Firma ausscheiden auf eigene Kosten in der Gruppenversicherung bleiben.

Kleinere Betriebe (<100) können Ihre Mitarbeiter über das Small Business Health Options Programm im Marketplace eine günstige Krankenversicherung suchen.

Da Selbstständige den vollen Betrag bezahlen müssen haben sie die Möglichkeit Steuerabschreibungen oder staatlichen Zuschuss zu bekommen.

Obamacare

Das Obamacare heißt offiziell Patient Protection and Affordable Care Act. Es verpflichtet unternehmen ab 50 Vollzeitmitarbeitern Ihren Mitarbeitern, deren Kinder (aber nicht Ehepartnern) eine Krankenversicherung (minimum essential coverage ) anzubieten ansonsten müssen Strafen (Play or Pay) gezahlt werden. Kleine Betreibe sind zwar befreit können aber unter Umständen steuerliche begünstigt werde wenn sie trotzdem eine anbieten.

Obamacare wurde von Präsident Trump mit der Executive Order 13765 gekippt. Eine Geänderte Version soll kommen, ist aber noch nicht bekannt.

Medicare

Medicare ist die gesetzliche Krankenversicherung für Rentner. Der Beitrag lag 2016 bei 1,45% vom Bruttolohn. Personen mit Einkommen (z.B. über 200.000 US$ bei Alleinstehenden) müssen zusätzlich eine "Additional Medicare Tax" von 0,9% also 2,35% auf den übersteigen Teil zahlen.

Workers' Compensation

Die Workers' Compensation ist eine Unfallversicherung die Behandlungskosten und eine kleine Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfällen übernimmt. Der Arbeitgeber muss diese Landesstaatliche Pflichtversicherung (Außer Texas) für seine Mitarbeiter abschließen. Dafür verzichtet dieser auf eine Klage bei Fahrlässigkeit, außer natürlich er handelt vorsätzlich. Der Beitragssatz hängt vom Einkommen und der Risikoeinstufung ab. Es gibt zahleiche Ausnahmen die von der Versicherungspflicht befreien.

Short-Term-Disability-Insurance

Short-Term-Disability-Insurance ist nur in einigen Bundestaaten wie New York oder Kalifornien Pflicht. Sie zahlt einen Ersatzlohn bei kurzzeitiger Arbeitsunfähigkeit.

Arbeitslosenversicherung

Die Arbeitslosenversicherung (Unemployment Insurance) ist die Arbeitslosenversicherung und wird sowohl vom Bund als vom den meisten Bundesstaten erhoben. Der Arbeitgeber zahlt diesen Betrag alleine. Mit dieser Versichsicherung haben Arbeitnehmer Anspruch auf bis zu 26 Wochen Arbeitslosenunterstützung. Der Beitrag vom Bund (Federal Unemployment Tax Act (FUTA)) beträgt 6% für die ersten 7.000 US$ im Jahr. Hinzukommen unterschiedliche Beträge der einzelnen Staaten.

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Bernd Krammer von USA Reisetipps

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