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USA Reiseberichte im Netz

Philipp berichtet auf seiner Seite deinreisegefaehrte.de ausführlich über seine Reisen in die USA und durch Europa.

Philipp von deinreisegefaehrte.de

Philipp berichtet auf seiner Seite ausführlich über seine Reisen in die USA und durch Europa.

Wie kam es bei dir damals zur Idee, die USA zu erkunden?

Die USA ist allgegenwärtig in unserem Leben. Es gibt kaum eine Folge der Tagesschau, in der nicht die USA erwähnt werden. Aber auch sonst ist unser westliches Leben geprägt von den kulturellen, kulinarischen, gesellschaftlichen und technologischen Impulsen aus den Staaten. Dazu kommt der reizvolle Mythos, der die USA umgibt. Das umfasst die Legende "Vom Tellerwäscher zum Millionär", aber auch die berühmten Bilder der endlosen einsamen Straße oder der pulsierenden Metropolen, die man aus zahlreichen Filmen kennt. Die USA sind omnipräsent - aber dann doch so weit weg, sodass man sie nicht mal eben besuchen kann. Irgendwann war die Neugier bei mir dann zu groß und ich entschloss mich, die USA einmal selbst zu erkunden.

Wie oft warst du bisher in den USA?

Ich war bisher zweimal für jeweils drei Wochen in den USA. Beim ersten Mal haben ich und ein Kumpel einen klassischen Roadtrip an der Westküste der USA unternommen. In diesen drei Wochen haben wir nicht nur Kalifornieren erkundet, sondern auch Arizona und Nevada.

Beim zweiten Mal führte uns unsere Rundreise entlang der Ostküste. Dabei sind wir einmal von Norden bis ganz nach Süden gefahren. Wir haben bei den Niagarafällen die nördliche Grenze nach Kanada überschritten und im Süden in Key West den südlichsten Punkt der Vereinigen Staaten erkundet. Wir haben unter anderem das historische Boston, das pulsierende New York, das historische Washington und schließlich die schwüle Sumpflandschaft der Everglades erkundet. Aus diesen Erfahrungen berichte ich auf meinen Blog und gebe Tipps und Empfehlungen ab.

Philipp von deinreisegefaehrte.de in Centralia

Würdest du eher die Westküste oder Ostküste für eine erste Reise in die USA empfehlen?

Das hängt von der persönlichen Präferenz ab, da der Westen und Osten der USA sehr unterschiedlich sind. Im Westen hat mich besonders die Natur beeindruckt: Glühendheißes Death Valley, riesige rote Gebirgsformationen im Grand Canyon, der berühmte Highway 1 an der Pazifikküste und besonders der malerische Yosemite National Park mit seinen tollen Wasserfällen und Wanderrouten. Diese Stationen sind nicht nur bombastisch, sondern auch so anders als das, was man als Deutscher so kennt. Die Natur des Westens hat mich einen besonderen Reiz der Andersartigkeit.

Eine Rundreise an der Ostküste ist deutlich stadtlastiger, was zunächst grundsätzlich nicht schlechter ist. Die beeindruckende Metropole New York oder die geschichtsträchtigen Städte Boston, Philadelphia und Washington waren definitiv ein Erlebnis. Da sich im Nordosten besonders viel von Amerikas bewegter Geschichte abgespielt hat, findet man dort viele Zeugnisse der Historie und kann sehr viel lernen. Über das Thema Westküste oder Ostküste habe ich auch einen Artikel auf meinen Blog geschrieben, wo ich noch weitere Aspekte wie Kosten und Klima betrachte.

Aber meine Empfehlung ist immer zuerst zur Westküste für die erste USA-Reise anzufahren. Sie ist gerade wegen ihrer pitoresken Natur und Andersartigkeit definitiv meine erste Wahl.

Was waren deine absoluten Highlights?

An der Westküste hat mich der Yosemite National Park umgehauen. Riesige Gesteinsformationen und tosende Wasserfälle, die durch zahlreiche Wanderrouten erkundet werden können. Ich wäre so gerne länger an diesen malerischen Ort geblieben. Meine schönsten Fotos habe ich dort gemacht. Im Osten kann ich mich nur schwer zwischen Washington und Boston entscheiden. In Boston gefällt mir das Nebeneinander von historischen Gebäuden und Wolkenkratzer, die eine einzigartige Skyline bilden.

Washington platzt förmlich vor riesigen Monumenten und historischen Stätten. Dazu ist die Stadt sehr fotogen, aufgeräumt und alles ist fußläufig erreichbar - in den USA eine Besonderheit. Generell haben mir die mittelgroßen Städte (San Diego, San Fransisco, Boston, Washington) deutlich besser gefallen als die Metropolen (Los Angeles, New York, Miami).

Welche Stationen waren deine persönlich größten Enttäuschungen?

Im Westen hat mich besonders Los Angeles enttäuscht. Für mich ist LA ein riesiges urbanes Moloch mit einer unerträglichen Verkehrssituation. Es gibt dort Straßen mit sechs Streifen auf jeder Seite und trotzdem steht man im Stau. Aber wenn man schon einmal in Kalifornieren ist, muss man LA sicherlich gesehen haben. Mir hat jedenfalls ein Tag gereicht.

Im Osten hat mich Miami nicht umgehauen. Miami Downtown braucht man sich wirklich gar nicht anschauen. Wenige Sehenswürdigkeiten erstrecken sich auf eine riesige Fläche. Miami Beach ist für Strandfreunde sicherlich toll. Für mich als Ostseekind haben lange Strandaufenthalte aber nicht mehr diese Anziehungskraft.

Das Kennedy Space Center in Cape Canaveral.

Hast du auch extreme Erfahrungen gemacht?

Oh ja. Generell war ich in der Mojave-Wüste zum ersten Mal in einer Wüste. Die drückende Sonne und Hitze war enorm. Aber das wurde noch einmal vom Death Valley getoppt. Dort herrschten unmenschliche Temperaturen von 50 Grad. Schon mittellange Wanderungen können lebensgefährlich sein. Wenn man draußen rumläuft, hat man zunächst nicht das Gefühl, viel zu schwitzen. Aber sobald man wieder ins klimatisierte Auto einsteigt, beginnt der Schweiß auszubrechen. Dann wird einem klar: Du hast draußen genauso geschwitzt, es nur wieder sofort verdunstet.

Ich habe sehr viel getrunken und trotzdem musste ich nicht auf die Toilette. Alles verdunstet. Ich hätte noch viel mehr trinken müssen. Lustig war auch der Abend im Motel im Death Valley. Die Klimaanlage war sehr stark aufgedreht und konnte leider nicht verstellt werden, sodass ich über Nacht gefroren habe. Frieren im Death Valley - das glaubt mir keiner.

In Florida habe ich zum ersten Mal tropisches Klima erlebt. Plötzlicher Starkregen bei schwülen 30 Grad - ebenfalls eine einprägsame Erfahrung. In den Everglades kamen dann noch aggressive Moskitos hinzu. Besonders brenzlich empfand ich den Platzregen bei der Autofahrt, wo ich nur teilweise noch die Rücklichter vom Auto vor mir erkennen konnte. Und das obwohl meine Scheibenwischer auf maximale Geschwindigkeit gestellt waren.

Auf deinen Rundreisen warst du viel auf der Straße unterwegs. Wie fandest du das Reisen auf der Straßen im Vergleich zu Deutschland?

Klar, Stadtverkehr ist immer stressig. In den Metropolen wie Los Angeles oder New York ist er besonders furchtbar. Kommt man aber erst einmal aus den Städten heraus, fährt es sich deutlich entspannter als in Deutschland. Der Grund ist das Tempolimit, an das sich alle halten. Da braucht man nur noch den Tempomaten zu aktivieren und mit dem Strom zu schwimmen. Da alle mehr oder weniger dasselbe Tempo fahren, muss man auch deutlich weniger die Spur wechseln. Da selbst LKWs das maximale Tempo fahren können, braucht man weniger überholen oder selber Platz machen.

Das senkt nicht nur den Stress, sondern reduziert auch die Anzahl der Unfälle. Davon bin ich überzeugt. Deshalb ist es auch nicht schlimm, dass man in den USA links und rechts überholen darf. Die befürchteten und gefährlichen Slalomfahten erlebt man kaum, da einfach weniger Notwendigkeit zum Überholen besteht. Durch meine Erfahrungen in den USA finde ich, dass ein generelles Tempolimit auch in Deutschland sinnvoll ist. Solche Aussgaben sind hierzulande aber nicht besonders populär.

Was kritisierst du an den USA?

Ihr Umgang mit der Natur. Zwar gibt es auf der einen Seite hohe Strafen für Müllentsorgung in der Natur, aber auf der anderen Seite sieht man täglich extreme und sinnlose Verschwendung. In Kalifornieren herrscht Wasserknappheit. Trotzdem wird so viel Wasser für die künstliche Bewässerung von Vorgärten verwendet. Das Extrembeispiel ist hierfür Las Vegas. Eine solche Stadt mit ihren riesigen Springbrunnen und aufgedrehten Klimaanlagen dürfte es in der Wüste mit 40 Grad eigentlich gar nicht geben. Der Aufwand und Resourcenverbrauch ist nicht gerechtfertigt.

Aber es sind auch die kleinen Dinge, die mich traurig stimmen: Bei vielen unserer Airbnb-Gastgebern waren alle möglichen elektronischen Geräte von Licht bis zur Musik Tag und Nacht an. Und im Guide vom Yosemite National Park erhielt ich den "Tipp", doch beim Zähneputzen zwischendrin das Wasser nicht laufen zu lassen. Traurig, dass man das den Leuten dort scheinbar sagen muss. In einigen Hotels wird komplett mit Wegwerfbesteck (Pappteller und Plastikbesteck) gearbeitet. Nach Verwendung kommt alles ungetrennt in denselben Müll. Sowas tut mir in der Seele weh. Auch der exorbitante Verbrauch von Plastiktüten für den Supermarkteinkauf finde ich furchtbar.

Und schließlich wird so manche Natur gnadenlos zubetoniert. Das ist mir besonders in den Niagarafällen aufgefallen. Die Fälle selbst sind ein Spektakel, aber außer ihnen ist dort kaum noch Natur. Alles wurde bis zur Kante zugebaut und die Skyline ist geprägt von Hochhäusern.

Und die sinnlos übermotorisierten Autos (trotz Tempolimits) möchte ich hier nur am Rande erwähnen. Generell ist der Mangel an einem guten öffentlichen Verkehrsmittelnetz ein Grund, dass jeder dort ein eigenes Auto hat.

Der Amerikaner ist...

... nett, hilfsbereit und unglaublich offen. Besonders die Offenheit geht den Deutschen leider ab und ich nehme mich da selbst nicht aus. Bei vielen Airbnb-Gastgebern hat mich das Vertrauen in ihre Gäste beeindruckt. Manche Hosts haben wir während unseres Aufenthalts nie zur Gesicht bekommen und trotzdem durften wir in ihren Häusern schalten und walten.

Die Skyline von Mannhattan in New York.

Stimmt das Klischee des übergewichtigen Amerikaners?

Leider ja. In den Staaten sind mehr Leute übergewichtig und auch stark übergewichtig als bei uns. Das merkt man dort deutlich. Nach eine Weile versteht man auch, warum. Fast Food ist einfach deutlich günstiger. Die Tüte Chips wird als vollwertige Beilage zur Mahlzeiten wie bei uns Kartoffeln gereicht. Zum Burrito gibt es noch einen riesigen Berg Tortilla-Chips. Schon morgens gibt es mächtige und süße Sachen wie Waffeln mit Sirup und Sahne zu essen. Neben dem Essen, wird es dem Amerikaner aus sehr einfach gemacht, sich nicht zu bewegen.

Überall gibt es Parkplätze (selbst auf Stränden, Piers und in der Natur), sodass man mit seinem Auto bis vor direkt vor die Attraktion fahren kann. Im Grand Canyon fährt ein Shuttle von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Man braucht nur noch aussteigen, Fotos machen und wieder einsteigen - und repeat. Wandern ist nicht nötig. Am Kennedy Space Center können sich Leute, die nicht gehen wollen oder mehr können, einen Roller ausleihen. Und schließlich ist Drive-Thru allgegenwärtig. Und die gibt es sogar für Geldautoamten, sodass man nicht mal mehr zum Bargeld holen aus den Auto aussteigen muss.

Könntest Du dir vorstellen dort zu leben? Warum und wenn ja, wo?

Für einen überschaubaren Zeitraum, ja. Als Tourist drei Wochen auf der Straße, in Hotels und den Touristen-Hotspots zu verbringen, ist toll, aber einem entgeht auch, was es bedeutet, wirklich in den USA zu leben und zu Arbeiten. Besonders die soziale Interaktion würde mich reizen. Besonders gut haben mir San Diego, Washington und Boston gefallen. Mich als Softwareentwickler reizt aber natürlich das Silcon Valley bei San Francisco besonders. Dort bieten sich Informatikern fantastische berufliche Möglichkeiten.

Aber für immer auswandern ist für mich kein Thema. Dazu hänge ich zu sehr an Leipzig, meinen Freunden und Familie. Auch überzeugt mich das deutsche Sozial- und Krankenkassensystem und die deutlich höhere Anzahl an Urlaubstagen.

Wie hoch sind deine Reisekosten ungefähr? Gibt es dabei Unterschiede zwischen dem Osten und Westen der USA?

Die USA sind nicht gerade ein günstiges Land und Ausgaben fallen an vielen Stellen an. Ich habe einmal detailliert meine Kosten für unsere Rundreise an der Westküste aufgeschlüsselt. Da sieht man, wie teuer so ein USA Roadtrip sein kann. Insgesamt habe ich 3166 € bezahlt. Am teuersten dabei war der Flug mit 747 € und der Mietwagen mit 636 €. Dicht gefolgt von die Übernachtungen mit 887€ für 19 Nächte. Da damals die Reise in den Westen meine erste Reise außerhalb Europas war, fielen viele einmalige Kosten im Vorfeld an (z.B. Passfoto, Reisepass, ESTA-Einreisgenehmigung und diverser Technikram).

Bei unserer zweiten Reise in den Osten der USA, gab es diese dann nicht mehr. Nicht nur deshalb waren die Kosten an der Ostküste mit 2861 € geringer waren. Dort haben wir auch mehr Airbnb genutzt, wodurch wir signifikant die Kosten senken konnten. Es gab aber auch Dinge, die im Osten teurer waren. Durch die langen Distanzen, die man mit dem Mietwagen zurücklegen muss, kann man keinen Kreis schließen. Dass wir den Mietwagen in Bosten abgeholt und in Miami abgegeben haben, wurde uns fürstlich in Rechnung gestellt: Insgesamt 1294 € hat uns der Mietwagen dort gekostet. Doppelt so viel wie noch im Westen.

Weiterhin ist der Osten eher stadtlastig und in den Städten ist das Parken deutlich teurer und die Attraktionen verlangen häufiger Eintrittsgelder. Alles im allen kann ich aber die Faustregel von 1000 € pro Woche und Person bestätigen. Das ist sicherlich eine gute Richtlinie bei der Planung vom Budget für die eigene Reise.

Am Olmsted im Yosemite Park.

Du betreibst ja den Reiseblog 'Dein Reisegefährte'. Was unterscheidet dich von anderen Reiseblogs?

Eine sehr gute Frage. 'Dein Reisegefährte' versucht, anders zu sein. Statt blümeranten und ausschweifenden Reiseberichten, wird hier zu ganz konkreten Fragestellungen rund ums Reisen Antwort und Hilfe gegeben - und dabei so kurz und knapp wie möglich. Die Idee ist, mit möglichst wenigen Worten, so viele nützliche Informationen, Tipps oder Empfehlungen zu geben.

Zwar gibt es auch Reiseberichte, aber Dein Reisegefährte ist eher ein digitaler Reiseführer und Tippgeber mit hoher Informationsdichte. Auch finden sich hier eher sachlichere Themen und harte Fakten wie eine detaillierte Routenplanung, Checklisten oder die akribische Ausschlüsselung von Reisekosten. Es werden jene Fragen beantwortet, die man sich bei der Planung einer Reise am meisten stellt:

  • Wie teuer wird eine Rundreise an der Westküste der USA?
  • Sollte ich lieber zuerst die Westküste oder die Ostküste der USA bereisen?
  • Was gibt es bei der Einreise und bei Flugverspätungen zu beachten?
  • Welche Route mit dem Mietwagen ist machbar in 3 Wochen?
  • Welche Stationen sind ein Muss? Welche optional?
  • Und diese Bewertungen bitte kurz und knapp!

Vielend Dank das Du dir die Zeit für uns genommen hast. Viel Spaß auf deinen weiteren Reisen.

Bernd